Neujahrsempfang mit Friede Springer (BILD), Millionen für Zukäufe und Niedriglöhne für die Arbeiter
Neujahrsempfang in Berlin: Während die Arbeiter mit Niedriglöhnen abgespeist werden oder verkürzt arbeiten müssen, feiern die ALBA-Eigentümer Axel und Eric Schweitzer am 24. Januar abends mit 800 prominenten und weniger prominente Gästen. Friede Springer (BILD) ist gekommen und der langjährige ZDF-Intendant Dieter Stolte. Ort der Festivität: Das historische Rittergut Domäne Dahlem.
„Schwein am Spieß mag ich gar nicht“, meckert Großverlegerin Springer über das rustikale Essen. Sie esse im Winter gerne Sauerkraut, klärt sie die Gästen auf, wegen des hohen Vitamin-C-Gehalts. Ob sie das im übertragenen Sinn gemeint hat? Axel und Eric Schweitzer jedenfalls verstehen sich bestens in Sachen Vitamin C. Denn beste Beziehungen zu Politik, Wirtschaft und Medien sind eines ihrer Erfolgsrezepte.
Angela-Merkel-Freundin Springer ist das große Vorbild der Schweitzer-Brüder. Sie wolle das neue Jahr positiv angehen, schreibt die langjährige ALBA-Aufsichtsrätin den Schweitzers ins Stammbuch. Das dürfte ihr nicht schwer fallen. Mit einem Privatvermögen von 3,2 Milliarden US-Dollar (2007) gehört das ehemaligen Kindermädchen im Hause Springer laut Forbes zu den vier reichsten deutschen Frauen. Und auf der Rangliste der deutschen Milliardäre belegt sie den Platz 26.
Auch die Gebrüder Schweitzer wollen ganz hoch hinaus. „Wir wollen führender Umweltdienstleiter und Rohstoffverwerter werden“, sagt Axel Schweitzer in Dahlem. Und Bruder Eric verriet der Berliner Morgenpost, die ALBA-Gruppe wolle die Finanzkrise zu weiteren Zukäufen nutzen. Wie der Europaticker meldet, wollen die Schweitzer-Brüder „die sächsischen Aktivitäten eines norddeutschen Entsorgungskonzerns übernehmen“. Gemeint ist die Firm Nehlsen mit Hauptsitz in Bremen. Geld, so Eric Schweitzer, sei genug vorhanden.
Allerdings nicht für die Beschäftigten: Die ALBA AG ist nicht an den Flächentarifvertrag der Branche gebunden und zahlt meist unter Tarif. Immer häufiger setzen die Schweitzer-Brüder sogar mies bezahlte Leiharbeiter ein, nicht selten die des eigenen Verleihunternehmens EURES. Lohneinbußen gibt es auch bei dem zweiten großen Unternehmen der ALBA-Gruppe, der Firma Interseroh mit Hauptsitz in Köln. Die Arbeiter einiger Standorte müssen kurzarbeiten. Die Schweitzer-Brüder haben erst in letzter Zeit über 20 Millionen Euro Interseroh-Aktien gekauft und besitzen jetzt einen Anteil von etwas mehr als 75 Prozent.






